Die hinduistische Götterwelt – die 14 wichtigsten Götter im Hinduismus

Hinduistische Götterwelt

Wie im indischen Straßenverkehr geht es auch im hinduistischen Götterhimmel zu und her. Chaotisch, überbevölkert, knallbunt und undurchschaubar. Die hinduistische Götterwelt ist verwirrend. Noch seltsamer finde ich die Tatsache, dass viele Götter mit unterschiedlichen Namen verehrt werden. Manche haben 108 Namen und einige sogar 1008! Auch die vielen Göttergeschichten machen es nicht einfacher, sich zurechtzufinden. Oft widersprechen sich diese und decken in unterschiedlichen Varianten wieder andere Aspekte auf.

Obwohl in der hinduistischen Götterwelt Abertausende Gottheiten verehrt werden, ist im Grunde genommen alles Eins – alles ist Paramatma oder Brahman (nicht zu verwechseln mit dem Schöpfergott Brahma oder der Brahmanen-Kaste), das alldurchdringende kosmische, formlose Bewusstsein.

Die verschiedenen Gottheiten zeigen einfach verschiedene Formen, Eigenschaften und unterschiedliche Aspekte des Einen, des Allumfassenden.

Die drei Hauptgötter im Hinduismus sind Brahma, Vishnu und Shiva. Gemeinsam bilden sie Trimurti, ein Konzept, das den Kosmos in drei verschiedene Kräfte (Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung) aufteilt. Brahma ist der Schöpfer, Vishnu der Erhalter und Shiva der Zerstörer.

Manchmal ist es gar nicht so einfach die verschiedenen Gottheiten in Darstellungen oder Skulpturen zu erkennen. Klarheit schaffen oft die Attribute und die Reittiere mit denen die Gottheiten dargestellt werden.

Die wichtigsten Götter und Göttinnen stelle ich dir hier kurz vor:

Inhaltsverzeichnis:

Brahma:

hinduistische Götterwelt
Brahma mit vier Köpfen, die in alle Himmelsrichtungen schauen, gehört zu den Trimurti in der hinduistischen Götterwelt.

Er ist der Schöpfergott und hat in tiefer Meditation das ganze Universum geschaffen. Dargestellt wird er meistens sitzend auf einer Lotusblüte. Sehr gut erkennt man ihn an seinen vier Köpfen, die in alle Himmelsrichtungen schauen. Obwohl Brahma zu Trimurti, der Dreieinigkeit gehört und somit ein Hauptgott darstellt, ist er bei den Menschen unpopulär. Es gibt kaum Brahma-Tempel und auch Statuen von ihm sieht man eher selten.

  • Attribute: Lotusblüte Veden (die heiligen Schriften, Gebetskette (Japamala), Bettelschale (Kamandalu)
  • Reittier: Gans, manchmal auch mit Schwan
  • Andere Namen: Vedanatha, Svayambhu

Saraswati:

Die hinduistische Götterwelt
Saraswati, die Göttin der Künste mit dem Saiteninstrument Veena

Saraswati ist die Göttin der Künste, des Wissens und der Weisheit. Sie ist die Frau von Brahma und wird meistens mit vier Armen dargestellt. Sie hält die heiligen Schriften, eine Lotusblüte und mit zwei Händen spielt sie das indische Saiteninstrument Veena. Sie wird oft mit Lakshmi (Gefährtin von Vishnu) und Parvati (Gefährtin von Shiva) als Tridevi, die weibliche Dreieinigkeit dargestellt.

  • Attribute: Veden (heilige Schriften), Lotusblüte, Veena (indisches Saiteninstrument)
  • Reittier: Schwan
  • Andere Namen: Brahmi, Vani, Vakdevi, Mahavidya

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Vishnu:

Indische Götterwelt
In der hinduistischen Götterwelt sorgt Vishnu für die Erhaltung der Welt. Hier ist er mit seiner Frau Lakshmi auf der Weltenschlange Ananta abgebildet. Im Hintergrund sieht man Brahma.

Vishnu sorgt auf der Erde für das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. Um die kosmische Ordnung aufrecht zu erhalten, hat sich Vishnu immer wieder inkarniert. Sehr berühmte Inkarnationen sind Rama und Krishna. Manchmal wird er auch auf der Weltenschlange Ananta dargestellt.

  • Attribute:    Wurfscheibe, Muschelhorn, Lotusblüte, Keule
  • Reittier: Adlergott Garuda (ein Wesen, das halb Adler und halb Mensch ist)
  • Andere Namen: Bhagavan, Hari, Jagannath, Narayana, Perumal

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Lakshmi:

Die hinduistische Götterwelt
Ohne die Göttin Lakshmi geht es in der hinduistischen Götterwelt nicht. Sie bringt Glück und Wohlstand.

Lakshmi ist die Göttin des Wohlstandes, des Glücks und der Schönheit. Sie ist die liebevolle, treue Gefährtin von Vishnu und eine gütige und gnädige Göttin. Sie wird meist sitzend auf einer Lotusblüte dargestellt. In zwei Händen hält sie Lotusblüten und mit den zwei anderen segnet sie ihre Anhänger mit Wohlstand und innerem Reichtum. Oft hat sie einen Krug mit Goldmünzen bei sich.

  • Attribute: Lotus, oft Goldmünze oder Krug mit Gold
  • Reittier: Eule, oft ist sie mit zwei weißen Elefanten abgebildet.
  • Andere Namen: Lokamata, Jaladhija

Mehr über Lakshmi erfährst du hier:

Shiva:

Die hinduistische Götterwelt
Shiva am Meditieren, auf seinem Haupt sieht man die Göttin Ganga.

Transformation, Vergehen und Zerstörung liegen in den Händen von Lord Shiva. Er zerstört im positiven Sinne, denn in jedem Ende liegt auch ein Neuanfang. Im Shivaismus gilt er als die Manifestation des Höchsten. Er verkörpert das Ideal der Entsagung und der spirituellen Askese. Oft wird er meditierend auf einem Tigerfell dargestellt. Um seinen Hals windet sich eine Kobra und sein Haar ist zu einem Knoten hochgebunden. Er ist auch Nataraja, König des Tanzes.

  • Attribute: Dreizack (Trishula), Sanduhrtrommel (Damaru)
  • Reittier: Nandi, ein Bulle
  • Andere Namen: Nataraja, Maheshvara, Mahadev, Nilakantha, Rudra, Sundareshwara

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Weitere Informationen über Lord Shiva

Parvati:

Die hinduistische Götterwelt
Parvati mit ihrem Mann Shiva auf dessen Haupt wiederum die Göttin Ganga zu sehen ist

Sie ist die göttliche Mutter und die Gefährtin von Shiva. Sie ist Shakti, die weibliche Kraft Shivas. Parvati verkörpert die gütige, lebensspendende Mutter und die hingebungsvolle, treue Ehefrau. Mit Shiva und ihren beiden Söhnen Ganesha und Murugan zusammen bilden sie das perfekte Vorbild einer idealen hinduistischen Familie. Parvati hat jedoch auch andere Erscheinungsformen. Als Durga und Kali wird sie sehr kriegerisch und kämpft gegen das Böse und Dämonische.

  • Attribute: Lotusblüten, oft trägt sie einen Dreizack wie Shiva, Gebetskette (Japamala) oder eine Kobra
  • Reittier: Löwe, Tiger – oft reitet sie auch gemeinsam mit Shiva auf dem Bullen Nandi
  • Andere Namen: Mahadevi, Amba, Ambika, Bhagavati, Jagadamba, Sati, Gauri

Durga:

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Die kämpferische Durga, eine andere Erscheinungsform von Parvati mit ihrem Reittier, dem Löwen

Es gibt viele Inkarnationen der Göttin Durga. Sie ist die Shakti Shivas, eine andere Erscheinungsform von Parvati. Die wichtigste Aufgabe der Göttin ist es, das Böse zu bekämpfen und das Gute zu bewahren. Sie gilt als Mutter des Universums. Sie wird mit acht oder sogar zehn Armen dargestellt, trägt Waffen und reitet auf einem Löwen oder Tiger. In Tamil Nadu wird sie als Amman verehrt. Während Navaratri werden die verschiedenen Aspekte der Shakti verehrt.

  • Attribute: Verschiedene Waffen (Speer, Dreizack, Diskus, Pfeil und Bogen, Schwert, Keule, …), auch religiöse Gegenstände wie Gebetskette oder Glocke werden in einigen Darstellungen wiedergegeben.
  • Reittier: Löwe oder Tiger
  • Andere Namen: Kumari, Amman

Möchtest du mehr über Durga erfahren?

https://irene-in-indien.com/navaratri-neun-naechte-fuer-die-goettinnen/

https://irene-in-indien.com/der-tamilische-monat-aadi-verehrung-der-goettin-amman/

Kali:

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Kali, die schwarze Göttin. Sie wird in Bengalen sehr verehrt.

Auch Kali ist eine andere Erscheinungsform von Parvati, von Shakti. Während bei Durga der schützende Aspekt im Vordergrund steht, so wird es bei Kali zerstörerisch. Sie ist die Schwarze, die Göttin des Todes und der Zerstörung. Kali wird vor allem in Bengalen sehr verehrt und ihr Anblick wirkt furchteinflößend. Trotz der schrecklichen Gestalt glauben ihre Anhänger auch an sie als Beschützerin und göttliche Mutter Kalima, die ihre Wut und ihren Zorn nicht gegen die Menschen, sondern gegen das Dämonische und Böse richtet.

  • Attribute: Verschiedene Waffen (Schwert, Dreizack, …)
  • Reittier: Tiger oder Löwe oft ohne Reittier dargestellt
  • Andere Namen: Kalima, Kulina, Siddha, Trikonastha

Ganesha:

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Ganesha, der Überwinder aller Hindernisse

Mit seinem Elefantenkopf ist Ganesha unverkennbar. Er wird in ganz Indien sehr verehrt und die ersten Gebete und Lobpreisungen gehen immer an ihn. Er ist der Gott des guten Anfangs und der Überwinder aller Hindernisse. Für alle neuen Herausforderung wird er um Hilfe gebeten und auf Hochzeitseinladungen ist er stets präsent, um den Beginn der Ehe zu unterstützen.

  • Attribute: Axt (Symbol für die Zerstörung aller Wünsche und Bindungen), Seil (Symbol für die Verbindung mit Glückseligkeit, mit dem Göttlichen), Süßigkeit (Lohn der spirituellen Suche), Lotusblüte (Symbol des höchsten Ziels, der Erleuchtung)
  • Reittier: Maus
  • Andere Namen: Ganapati, Vinayaka, Surpakarna

Möchtest du mehr über Lord Ganesha erfahren?

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Murugan:

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Murugan mit seinen beiden Frauen Valli und Deivanai

Murugan ist der Sohn von Lord Shiva und Parvati. Mit Ganesha zusammen bilden sie die göttliche Familie. Er wird in Tamil Nadu und den hinduistischen Teilen Sri Lankas sehr verehrt. Er ist der Gott des Krieges und des Sieges. Meistens wird er als Kind oder als schöner Jüngling dargestellt. Er hat zwei Gefährtinnen Valli und Deivanai.

  • Attribute: Speer
  • Reittier: Pfau, auch der Hahn wird in Darstellungen oft abgebildet
  • Andere Namen: Skanda, Karttikeya, Subramanya

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Rama und Sita:

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In der Mitte sieht man Rama und rechts davon seine Frau Sita, auf der linken Seite ist sein Bruder Lakshmana zu sehen. Zu seinen Füssen betet der Affengott Hanuman.

Rama gilt als die siebte Inkarnation von Vishnu. Vishnu und Lakshmi inkarnierten sich als Paar immer wieder. Bekannt ist Rama durch das hinduistische Epos Ramayana. Rama und Sita gelten als das perfekte Liebes- und Ehepaar. Rechtschaffen, vorbildlich und pflichtbewusst führte Rama ein Leben als Herrscher, Ehemann, Vater und Freund. Rama wird mit seinem Pfeilbogen dargestellt mit dem er das Gute verteidigt und das Böse bekämpft. Sein treuster Anhänger ist der Affengott Hanuman.

  • Attribute: Pfeile und Bogen
  • „Reittier“: Hanuman
  • Andere Namen: Ramachandra, Raghava

Möchtest du mehr über Rama und die Ramayana erfahren?

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Hanuman:

Die hinduistische Götterwelt
Hanuman, der Affengott. Er ist ein treuer Anhänger von Rama und Sita. Sie sind in seinem Herzen abgebildet.

Ein sehr populärer Gott ist Hanuman. Er ist quasi der Superman der hinduistischen Götterwelt und ein treuer Anhänger von Lord Rama. Im großen hinduistischen Epos Ramayana spielt er eine wichtige Rolle. Mit seinen übermenschlichen Kräften half er Lord Rama seine Frau Sita, die von dem bösen Dämonen Ravana entführt wurde zu befreien.

  • Attribute: Keule (Gada)
  • Reittier: keines – Hanuman kann jede Gestalt annehmen und fliegen
  • Andere Namen: Maruti, Pawansuta, Bajranbali

Krishna und Radha:

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Krishna und Radha

Krishna gilt als die achte Inkarnation. Für seine Anhänger ist er die höchste Manifestation des kosmischen Bewusstseins und der Glückseligkeit. Im Westen wurde Krishna vor allem durch die religiöse Bewegung der Hare Krishna bekannt. Seine Gemahlin Radha steht für Sanftmut und absolute Hingabe an Gott. Viele Darstellungen zeigen Krishna auch als Kind.

  • Attribute: Bambusflöte, Pfauenfeder im Haar
  • Reittier: Garuda (Adlerwesen), oft wird Krishna auch als Hirtenjunge mit einer Kuh dargestellt
  • Andere Namen: Gopala, Govinda, Madhava, Keshava

Möchtest du mehr über Krishna erfahren?

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Ganga:

Die hinduistische Götterwelt
Die Göttin Ganga auf ihrem Transporttier, einem Krokodil

Die Mutter Ganga ist die Göttin der Reinheit, der Fruchtbarkeit, der Erlösung und der Gesundheit. Durch den Fluss Ganges ist sie personifizierte, lebendige Wasserform. Sie soll Glück verheissen, Segen spenden, von Sünden befreien und Unheil abwenden. Daher ist der heilige Fluss für die Hindus so wichtig.

  • Attribute: Lotusblüte, meistens ein Gefäss
  • Reittier: Krokodil oder fischähnliches Wesen

Mehr über den Ganges erfährst du hier:

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Willst du mehr über den Hinduismus erfahren?

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6 Antworten

  1. Danke für diesen wie immer sehr guten Überblick. Ist ja für Außenstehende nicht ganz leicht, aber mir immer noch sympathischer als der Monotheismus (Du sollst keine anderen Götter neben mir haben). Ein bisschen Wettbewerb schadet auch bei Göttern nicht 😉.

  2. Danke Irène, ich werde es mir nie merken können, aber jetzt weiß ich ja wo es steht. Ich habe einen Krishna zu Hause und mehrere Ganeshas, damit bin ich bisher ganz gut gefahren

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