Aktualisierter Beitrag: Februar 2026
Lesezeit: 6 Minuten
Seit ich in Chennai lebe, zieht es mich immer wieder nach Vedanthangal ins Vogelnaturschutzgebiet.
Als begeisterte Naturbeobachterin ist dieser Ort für mich ein wichtiger Rückzugsort. In den Monaten November bis Februar kommen viele Zugvögel und Teilzieher, um in Vedanthangal zu nisten und ihre Brut aufzuziehen.
Die Vielfalt der indischen Vogelwelt fasziniert mich immer wieder aufs Neue. In dieser Saison war ich sogar zweimal in Vedanthangal. Einmal im Dezember und das zweite Mal im Februar. Im Dezember waren die Painted Storks (Buntstörche) noch nicht vor Ort, darum wollte ich nochmals hinfahren.
Das Ankommen im Vogelnaturschutzgebiet ist immer ganz besonders. Wir schauen immer, dass wir am frühen Morgen das Vogelschutzgebiet erreichen. Bereits ab 6 Uhr morgens hat man Zutritt und der Sonnenaufgang dort zu erleben, ist magisch. Wenn man aus dem Auto steigt, hört man bereits die unglaubliche Geräuschkulisse der Vogelkolonien. Das Piepen, Schnattern, Klappern, Zwitschern, Pfeifen, Rufen und Singen der Vögel ist beeindruckend.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Instagram-Video, das ich gemacht habe.
Dieses Jahr hatten wir einen guten Monsun und der See war gut mit Wasser gefüllt. In größeren und kleineren Kolonien sitzen die Vögel auf ihren Büschen und Bäumen. Die gleichen Arten gesellen sich in Scharen zusammen. Dort eine Gruppe Pelikane und auf den anderen Büschen sitzen die Schlangenvögel, die Buntstörche, die Ibisse, …
Nimmt man sich etwas Zeit, die Vögel zu beobachten, entdeckt man sie beim Fischen, Füttern und Fliegen.
Laut Birda, einer App für Vogelliebhaber, die ich ganz neu entdeckt habe, sind in diesem Gebiet rund 144 Vogelarten zu finden. Davon sind viele Jahresvögel, wie der Eisvogel, der Halsbandsittich, der Goldpirol, die indische Racke, der grüne Bienenfresser, der Nektarvogel , verschiedene Spechte und viele mehr.
Das Wunder des Vogelzugs: Gäste aus aller Welt
Von November bis Februar verwandelt sich der See in eine pulsierende Kinderstube.
Ein Teil der Vögel kommt als Zugvogel aus weiter entfernten Regionen, andere sind regionale Teilzieher, die innerhalb Süd- und Südostasiens ihre Brutplätze wechseln
- Buntstörche (Painted Storks)
- Graupelikane (Spotbilled Pelican)
- Löffler (Eurasian Spoonbill)
- Schwarzkopf-Ibis (Black-headed Ibis)
- Braune Sichler (Glossy Ibis)
- verschiedene Entenarten (wie Spießenten, Zwergtaucher, Blässhühner, Fleckschnabelenten, …)
- Asiatischer Nimmersatt (Asian Openbill)
- Graureiher (Grey heron)
- Schlangenhalsvogel (Oriental Darter)
Eine interessante Neuigkeit für alle, die schon einmal um ihre Trinkflasche kämpfen mussten: Die Affenbanden sind aus der Sanctuary verschwunden. Früher musste man immer auf seinen Rucksack aufpassen, doch jetzt ist weit und breit kein Affe mehr zu sehen. Nur auf der Hinfahrt durch die kleinen Siedlungen haben wir ab und zu Makaken gesehen. Man kann nun wieder in Ruhe den Aussichtsturm und die Aussichtsplattformen genießen, ohne ständig die Umgebung nach diebischen Händen absuchen zu müssen.
Eintrittspreise
Die Eintrittspreise sind gleich geblieben. Als ausländischer Besucher muss man jedoch zehnmal mehr bezahlen, aber die Preise sind meiner Meinung nach immer noch fair. Nur die Kameragebühren für Ausländer finde ich etwas übertrieben.
| Kategorie | Indische Staatsangehörige | Ausländer |
| Erwachsene | INR 10 | INR 100 |
| Kinder (5-12 J.) | INR 5 | INR 50 |
| Kamera / Handy | INR 50 | INR 500 |
| Videokamera | INR 300 | INR 3000 |
Aktuelle Eintrittsgebühren Februar 2026
Anreise:
Von Chennai aus braucht man je nach Tageszeit mit dem Auto ungefähr 1,5 -2,5 Fahrstunden. Es sind rund 100 Kilometer.
Man kann die Bird Sanctuary aber auch sehr gut von Puducherry (91 Kilometer) oder von Mamallapuram aus (49 Kilometer) besuchen.
Es gibt übrigens auch ein Gasthaus, wo man übernachten kann. Ich kann leider nichts zur Qualität sagen, aber ich habe es im Vorbeifahren gesehen.
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