Wer heute Morgen in Indien die Nachrichten aufschlägt oder den Fernseher einschaltet, kommt an einem Thema nicht vorbei: Gaszylinder. Was normalerweise ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist, hat sich in den letzten zwei Tagen zum Symbol einer nationalen Versorgungskrise entwickelt.
Die Auswirkungen des Golfkrieges trifft Indien mitten ins Herz – nämlich direkt in die indische Küche.
Glücklicherweise steht noch ein Reserve-Gaszylinder in meiner Küche. Wir verbrauchen alle 3-4 Wochen ungefähr einen Gaszylinder. Ist ein Gaszylinder leer, kann man ganz praktisch über eine App einen neuen bestellen und der wird normalerweise am nächsten Tag geliefert.
Heute scheint dies jedoch nicht mehr zu funktionieren. Es kommt zu längeren Wartezeiten und Verzögerungen.
Die Wartefrist für private Nachfüllungen wurde offiziell auf 25 Tage verlängert und der Preis für eine private Flasche ist seit dem Wochenende um 60 Rupien gestiegen.
Vor allem die Gastronomie ist davon stark betroffen. Die größeren Gaszylinder, die in Restaurants und Hotels gebraucht werden, sind bereits am Ausgehen und die Preise für diese Zylinder sind massiv gestiegen.
Die Schlagzeilen vom 10. März sind deutlich: In Metropolen wie Chennai und Delhi spitzt sich die Lage dramatisch zu. Während die Regierung alles versucht, um die privaten Haushalte zu schützen, steht der Gastronomie-Logistik das Wasser bis zum Hals.
Restaurant-Stopp: Viele beliebte Lokale und Restaurants haben heute bereits auf die Krise reagiert und ihre Speisekarten gekürzt. Gerichte, die viel Gas verbrauchen (wie zum Beispiel Pooris), werden teilweise gar nicht mehr angeboten.
Premierminister Modi hielt heute ein hochrangiges Treffen ab, um auf die Panik bei der Versorgung mit Indane-Gas zu reagieren. Die Straße von Hormus, die durch den Iran-Krieg praktisch lahmgelegt ist, führt zu einer enormen Gas-Knappheit.
Es ist eine Kettenreaktion, die alle betrifft und so hat die Regierung heute die Prioritätenliste zementiert: Haushalte, Krankenhäuser und Schulen haben Priorität. Das ist eine gute Nachricht für Familien, führt aber dazu, dass der kommerzielle Sektor – die Gastronomie und Hotellerie – fast vollständig leer ausgeht.
In Bengaluru warnen Hotelverbände heute ganz konkret: Wenn sich die Versorgung nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden stabilisiert, werden tausende Betriebe vorübergehend schließen müssen. Das trifft nicht nur Touristen, sondern Millionen von Arbeitnehmern und Studenten, die auf diese Kantinen und Garküchen angewiesen sind.
Auch der Golfclub meines Mannes hat bereits reagiert und folgende Nachricht verschickt:
Sehr geehrte Mitglieder
Der Krieg im Nahen Osten hat zu erheblichen Störungen in der Gasversorgung geführt. Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir den Verkauf von Speisen mit hohem Gasverbrauch einschränken und in unserem Restaurant und Café nur eine begrenzte Auswahl an Gerichten anbieten werden.
Wir bitten Sie um Ihre Kooperation, bis sich die Lage normalisiert hat.
Trotz der prekären Lage gibt es positive Nachrichten: Indien versucht seine Importwege blitzschnell zu ändern.
Das zeigt: Das Land ist widerstandsfähiger als noch vor zehn Jahren.
Die blaue Flamme mag heute etwas flackern, aber der Wille, diese Krise gemeinsam durchzustehen, ist in jeder Nachrichtensendung und jedem Gespräch auf der Straße spürbar.
Als Tourist muss man im Moment damit rechnen, dass Restaurants und Hotels ihre Speisekarten reduzieren.
Hoffen wir, dass der Krieg schnell ein Ende findet und sich alles bald wieder normalisiert.
Hast du persönlich schon etwas von der Gaszylinder-Krise in Indien mitgekommen?
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