Gaszylinder-Krise in Indien

Update: Fehlendes Kochgas in Indien

Die aktuelle Lage der Gaszylinder-Knappheit in Indien hat sich am heutigen 12. März 2026 verschärft. Während die Zentralregierung betont, dass die Versorgung für Privathaushalte priorisiert wird, steht der kommerzielle Sektor (Hotels, Restaurants, Kantinen) vor einem fast vollständigen Stillstand.

Hier ist die Zusammenfassung der aktuellen Situation:

1. Die Lage am 12.03.2026

  • Priorisierung: Die Regierung hat die Raffinerien angewiesen, die Produktion um etwa 10–25 % zu steigern und private Haushalte absolut vorrangig zu beliefern.
  • Kommerzieller Sektor: Die Lieferung kommerzieller Zylinder (19 kg) ist in vielen Regionen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Restaurantverbände warnen, dass bis zu 60 % der Betriebe schließen müssen, wenn die Lage anhält.
  • Ursache: Massive Störungen der Import-Ketten durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, was die Verfügbarkeit von Flüssiggas (LPG) drastisch reduziert hat.
  • Preise: Es wird von Schwarzmarktpreisen berichtet, die teilweise das Doppelte des regulären Preises erreichen (z. B. über 5.000 ₹ pro Zylinder in einigen Regionen).

Besonders betroffene Bundesstaaten & Städte

Die Krise konzentriert sich momentan stark auf die südlichen und westlichen Bundesstaaten sowie die großen Metropolen:

Hier ist die Übersicht der am stärksten betroffenen Regionen und Städte in Textform:

Besonders betroffene Bundesstaaten und Städte

  • Tamil Nadu (vor allem Chennai, Coimbatore und Madurai): Die Lage ist hier besonders kritisch. Viele Hotels mussten bereits „Zwangsurlaub“ für ihr Personal ankündigen oder ihre Speisekarten drastisch kürzen. Gerichte, die viel Energie benötigen, wurden gestrichen, und vereinzelt kehren Betriebe sogar zur Nutzung von Brennholz zurück.
  • Karnataka (vor allem Bengaluru und Mysuru): In der IT-Metropole Bengaluru melden Restaurant-Verbände, dass seit Tagen kaum noch Lieferungen für den kommerziellen Sektor eingegangen sind. Auch Gemeinschaftsküchen in Hostels und Krankenhäusern müssen die Essensausgabe bereits rationieren.
  • Maharashtra (vor allem Mumbai und Pune): Schätzungsweise 20 % der Gastronomiebetriebe sind bereits teilweise geschlossen. Besonders belastend: In Pune mussten sogar einige gasbetriebene Krematorien den Betrieb vorübergehend einstellen oder einschränken.
  • Westbengalen (vor allem Kalkutta): Hier herrscht große Unruhe in der Bevölkerung. Es bilden sich lange Schlangen an den Verteilzentren, da Berichte über Panikkäufe zunehmen – auch bei privaten Haushalten, die einen Übergreifen der Knappheit befürchten.
  • Kerala (vor allem Kochi und Thiruvananthapuram): Die Belieferung der Gastronomie ist fast auf Null gesunken. Auch religiöse Einrichtungen sind betroffen; einige Tempel mussten die Zubereitung traditioneller Opferspeisen (Prasad) bereits umstellen.
  • Telangana (vor allem Hyderabad): In den großen IT-Hubs und den zahlreichen „PG-Unterkünften“ (Hostels für Studenten und Berufstätige) ist die Versorgungslage extrem angespannt, da diese Einrichtungen massiv auf kommerzielle Zylinder angewiesen sind.

Was das für den Alltag bedeutet

Hier in Chennai spüren wir die Auswirkungen bereits gut. Gestern wollte mein Schwiegervater einen Gaszylinder buchen. Die App funktioniert nicht und auch über WhatsApp ist niemand zu erreichen. Mein Schwager ging daraufhin direkt zum Büro, um einen Zylinder zu buchen – ohne Erfolg.

Viele Restaurants servieren nur noch einfache Gerichte, da diese weniger Gas verbrauchen. Im Ananda Bhavan beispielsweise wurden gestern nur Pongal und Idly zum Frühstück angeboten. Dosai und Pooris sind von der Karte gestrichen worden. 

Privathaushalte: Auch wenn die Regierung beruhigt, wurden die Buchungsintervalle für private Zylinder bereits von 21 auf 25 Tage verlängert. In Städten wie Chennai und Kolkata bilden sich bereits Schlangen vor den Agenturen, da die Angst vor einem Übergreifen auf den privaten Sektor wächst.

Es gibt einen massiven Run auf elektrische Induktionskochfelder und Mikrowellen, um die Abhängigkeit vom Gas zu verringern. Auch ich werde heute noch eine Elektroplatte bestellen, denn ich denke, auch wenn der Krieg zu Ende geht, wird es Zeit brauchen, bis sich alles wieder normalisiert.

Die Regierung hat den Essential Commodities Act (Gesetz über lebensnotwendige Güter) aktiviert, um gegen Hortung und Schwarzmarktpreise vorzugehen.

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